Moderne Melioration
Im Mai 2023 haben wir mit den Arbeiten an der Vorstudie «Moderne Melioration Wauwiler Ebene» (MMWE) begonnen.
Im Schlussbericht, der nun vorhanden ist (Link unten), werden konkrete Vorschläge für Strukturverbesserungsmassnahmen auf der Wauwiler Ebene beschrieben. 63 Interessierte haben im Mitwirkungsverfahren dazu Stellung bezogen. Der Schlussbericht, die Resultate des Mitwirkungsverfahren und Empfehlungen für das weitere Vorgehen, wurden am 20. März 2025 rund 50 interessierten Anwesenden und der Presse anlässlich einer Ergebniskonferenz und einer Podiumsdiskussion vorgestellt.
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Präsentation Ergebniskonferenz, 20. März 2025​
Schlussbericht MMWE, März 2025
Summary Mitwirkungsverfahren, März 2025
Zwischenbericht Phase 2 MMWE, Februar 2024
Kartenatlas Phase 2 MMWE, Februar 2024
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Pressemeldungen zu diesem Projekt:
Zeitungsbericht Ergebniskonferenz, Moderne Melioration, Willisauer Bote, 25.03.2025
Rodiobeitrag SRF Regionaljournal Zentralschweiz, 21.03.2025, Beitrag fängt bei 9.15 Minuten an
Zeitungsbericht Ergebniskonferenz Moderne Melioration, Luzerner Zeitung, 21.03.2025
Zeitungsbericht Vorstudie Moderne Melioration, Willisauer Bote vom 26. September 2023
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Patrik Affentranger, dipl. Natur- und Umweltfachmann HF und Geschäftsführer von IPSO ECO AG, leitet das Projekt Moderne Melioration. Wir haben dem Projektleiter und Vorstandsmitglied der Freunde der Wauwiler Ebene konkrete Fragen gestellt. Und ganz konkrete Antworten erhalten.
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Am 20. März 2025 wurden die Ergebnisse der Vorstudie und des Mitwirkungsverfahrens vorgestellt. Was waren die Haupterkenntnisse?
Die Ergebnisse der Mitwirkung: Die Rückmeldungen von 63 Beteiligten zeigen eine hohe Divergenz der Meinungen. Während einige landwirtschaftliche Akteure die Empfehlungen der Studie kritisieren und Biodiversität als zu stark betont sehen, empfinden Naturorganisationen die Studie als zu landwirtschaftlich fokussiert. Ein weiteres Problem ist das Misstrauen zwischen den Akteuren, insbesondere bezüglich der Interpretation der Überschwemmungsproblematik und der notwendigen Massnahmen.
Gesicherte Erkenntnisse: Der Ronkanal, wichtig für die Entwässerung, ist sanierungsbedürftig, und die Wasserspeicherkapazität der Böden hat sich verschlechtert. Überschwemmungen und Trockenheit treten zunehmend auf. Es gibt Lücken in der Vernetzung der Naturschutzgebiete, und die Entwässerung aus den angrenzenden Hügeln und Siedlungsgebieten beeinflusst die Wauwiler Ebene.
Fazit: Ein grosses Meliorationsprojekt stösst auf Widerstand aufgrund seiner Grösse, Komplexität und der unterschiedlichen Bedürfnisse der Akteure. Das Instrument der Modernen Melioration könnte zwar potenziell geeignet sein, jedoch ist der Zeitpunkt für ein solches Projekt noch nicht reif. Ein gemeinsames Verständnis und eine breitere Beteiligung der Akteure sind notwendig. Die Frage bleibt, ob der Status Quo beibehalten oder Veränderungen angestossen werden sollten. Eine Mehrheit tendiert zu Veränderungen, doch die Umsetzung
bleibt umstritten.
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Und wie geht's nun weiter?
Vorgehensweisen: Das Nichthandeln würde zu einer Verschärfung der Probleme führen, da die sanierungsbedürftigen Infrastrukturprobleme weiter bestehen bleiben und keine geeigneten Lösungen für die Entwässerung und das Wassermanagement getroffen werden. Die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz müsste ausgebaut werden, um eine nachhaltige Lösung zu entwickeln.
Empfehlungen: Das Projektteam schlägt vor, die Zusammenarbeit aller Akteure auf der Wauwiler Ebene zu intensivieren. Ein koordiniertes Vorgehen, das auf die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Produktion und die ökologischen Bedingungen abgestimmt ist, sollte angestrebt werden. Wichtige Schritte sind die Schliessung von Datenlücken und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen.
Zukünftige Schritte: Zur Umsetzung der Melioration sollte eine Trägerschaft gegründet werden, die die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse bündelt. Die Trägerschaft soll unter anderem die Entwässerungssysteme koordinieren und Strukturverbesserungsprojekte durchführen. Weiterhin wird empfohlen, einen Plan zur nachhaltigen Wassernutzung und zur Verbesserung der Datenlage aufzustellen, um die notwendige Grundlage für zukünftige Entscheidungen zu schaffen.
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Was ist das Ziel dieser Modernen Melioration?
Wir möchten die künftigen Investitionen, z. B. in die Infrastruktur, gezielt einsetzen, um die Be- bzw. Entwässerung zeitgemäss und mit Blick in die Zukunft in den Griff zu bekommen. Dabei geht es darum, den Boden gezielt aufzuwerten und aber gleichzeitig Konflikte mit der Archäologie zu minimieren, denn auch diese sind wichtiger Bestandteil der Wauwiler Ebene. Es gilt also zu definieren, wo welcher Boden am besten für was genutzt werden kann. Wir sprechen dabei von standortangepasster Landwirtschaft.
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Patrik, wieso überhaupt eine Moderne Melioration?
Im Rahmen der LP (Landwirtschaftliche Planung) wurden die emotionalen Befindlichkeiten der verschiedenen Interessensgruppen abgeholt. Danach wurden vier Hauptmassnahmen definiert, welche allesamt mit der produzierenden Landwirtschaft in Verbindung stehen: 1. Boden-Wasserhaushalt, 2. Grundlage Boden, 3. Nutzungskonzept und 4. Steigerung der Wertschöpfung. Mit einer Vorplanung zur modernen Melioration wollen wir alle Fakten miteinbeziehen, um die künftigen Lösungsansätze genauer verorten zu können.
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